Schulpartner

 

 

Unser Schulpartner ist die Mittelschule 2 in Yongkang, China.

 

Tagebuch zum Schüleraustausch 2016

Nachricht 1

 

Liebe Mitfieberer im fernen Germany,
uns geht es gut und wir sind eine fröhliche Gemeinschaft. Nach der immer verlässlichen Fahrt mit Vogt Reisen in die aufgehende Sonne hinein gab es die erste Überraschung am Flughafen Dresden. Check in gibt es dort nicht mehr am Schalter, sondern wir mussten am Computer rumpopeln. Damit waren alle Einflussversuche auf die Platzwahl zum Scheitern verurteilt. Ein Glück beherrscht Frau Schinkel die moderne Technik souverän, so dass die erste Hürde genommen war.
Die Flüge verliefen problemlos – auch unsere Flug-nicht-Freunde kamen den Umständen entsprechend gut hoch und runter – und das Platzproblem stellte sich als hinfällig heraus, da 1/3 der Plätze leer blieb und wir uns fleißig umsortiert haben. Auch meine neuen Töchter (Stewardess!) Josina und Sara wurden wenigstens teilweise extra bedacht. Das Essen war erträglich und die meisten konnten auch ein wenig schlafen. Ein kleiner Schock war das Frühstück vor 3 Uhr (weil später Turbulenzen auf uns warteten). Zum Abschluss noch ein kleiner Schock: aber die Chinesen sind unkompliziert und im scheinbaren Chaos doch gut organisiert. Nachdem wir ein paar Schalter hin- und hergeschickt worden waren, wurde uns in Kürze noch aus dem Flieger Janines vergessene Kamera gebracht.
Die Busfahrt war dann eher ätzend, weil alle müde waren (mitten in der deutschen Nacht!) und die fast sommerliche Sonne auf uns niederknallte. Kaum an der Schule angekommen war aller Reisestress vergessen und die Ordnung brach in sich zusammen, weil sich viele Freunde erst einmal überglücklich um den Hals fielen. Jeder Schüler wurde seiner Familie zugeteilt. Und wie es eben so kommt hat Luise auch in ihrer neuen Familie wieder gleichen einen Bruder mitgeerbt – diesmal einen kleinen. Was die Bande denn heute noch so unternommen hat oder immer noch unternimmt …
Und wie man sieht, habe ich auch gleich wieder Familienanschluss gewonnen: Mein kleiner Freund Changchang (oder so ähnlich) hat mal getestet, wie viel Energie so ein Erwachsener noch nach der langen Reise hat. J
Herzliche Grüße aus Yongkang

Peter Lehmann

 

 

 

 

   

 

Nachricht 2

 

Liebe Mitfieberer im fernen Germany, das erste Wochenende brachte die ersten Herausforderungen mit sich, die unseren Ausflug zu einem wahren Abenteuer machen. Insbesondere für die Mädels sind die Bäder und vor allem die schönen Steh-Klos eine nicht nur mentale Herausforderung. So ist mancher Anflug von Heimweh verständlich, zumal wenn alle um einen herum irgendein Kauderwelsch reden. Umso glücklicher waren alle, wenn sie heute deutsche Freunde getroffen haben. Die Gasteltern rühren sich alle reichlich, um möglichst jeden Wunsch zu erfüllen. Die Lehrer lassen es sich natürlich wieder mal gutgehen und schlagen sich von Essen zu Essen durch. Allerdings haben wir uns auch erheblichen Gefahren ausgesetzt und sind in der Drachen-Höhle liegend Boot gefahren, um ans rettende Ufer zu kommen. Wir hätten uns ja noch mehr von den Höhlen angeschaut, aber unsere Gastgeber waren mal wieder nach der ersten Höhle erschöpft und bliesen zum Rückzug – d.h. zum nächsten Essen! Unsere Informanten – wir sind schließlich in China, da funktioniert die Überwachung nahezu perfekt – haben uns Bilder zukommen lassen von fröhlichen Treffen unserer Schüler gestern Abend. Weitere Details müssen wir ihnen morgen entlocken. Immerhin konnte Frau Schinkel vor der Drachenhöhle schon mit Frauke und Emely Frauengeschichten über chinesische Toiletten austauschen. Ich habe mich mal aus diesen Gesprächen etwas ausgeklinkt … :-)

Herzliche Grüße aus Yongkang

Peter Lehmann 

 

 

 


Nachricht 3

 

Liebe Mitfieberer im fernen Germany,
heute war richtig Schule angesagt. Der morgendliche Fahnenappell stand sinnbildlich für die eigentümliche Mischung aus Chaos und Disziplin. Irgendwie findet das immer seine ureigene Ordnung. So mussten wir uns hier wie auch im weiteren Tagesverlauf jeweils spontan auf die neue, unangekündigte Entwicklung anpassen. Bei unseren eigenen Schülern mussten wir schon aufpassen, dass sie sich dem chinesischen Chaos nicht zu sehr anpassen.

 

Steve, ein fröhlicher Kollege aus den USA – der das Klischee des unbegrenzten Selbstbewusstseins bestätigte – zog zunächst die Jugend in seinen Bann.

Anschließend erklärte uns Kollegin Kylie auf die Schnelle die Bedeutung der chinesischen Tierkreiszeichen. Eine PowerPoint, die sie erst Mitternacht fertiggestellt hat, da sie erst Samstag von dieser Aufgabe erfahren hat, Samstag Vormittag und Montag früh Unterricht hatte, Sonntag Abend Aufsicht im Internat und die restliche Zeit Samstag und Sonntag uns Lehrer betreut hat – Lehrer-Leben in China, vor allem Lehrerinnen-Leben!

 

In der Mittagspause war Erholung angesagt. Der Großteil hat die „Erholung“ für sportliche Aktivitäten genutzt. Frau Schinkel hat wacker unsere Ehre verteidigt: gegen die Tischtennis-Nummer-1 von Yongkang! Gut für mich: ich war leider durch die Aufgabe des Fotografierens sporttechnisch verhindert.

Beim Scherenschnitt toppte Frau Schinkel wieder alle – offensichtlich ein Universaltalent. Die Ergebnisse waren recht unterschiedlich, was sich hier wohl nur andeutungsweise erkennen lässt.

Ähnliches gilt für die Kalligraphie, bei der sich Elena und Maja von einem jungen Chinesen helfen ließen. Immerhin können wir jetzt „Wo ai zhong guo“ schreiben: „Ich liebe China“!
Und die Lehrer? Die sind natürlich gleich wieder zum nächsten Essen gezogen. Da muss doch mancher Acht geben dass er den Mund nicht zu voll nimmt! Wenn das so weitergeht … J
Herzliche Grüße aus Yongkang
Peter Lehmann

 

 

 

 

 

 
 

 

 

Nachricht 4


Liebe Mitfieberer im fernen Germany,
nur um mal einen Eindruck zu vermitteln, wie wir hier geradezu als Stars behandelt werden: sowohl den Eingang zum Schulgelände als auch zum Business-Center zierten bzw. zieren riesige Begrüßungstafeln. Da kommen Gefühle auf …
Nach dem für uns speziell umgestellten Schulessen und der üblichen Mittags„ruhe" fuhren wir zum Business-Center und dort konnte uns die Messehalle begeistern. Insbesondere als unsere „Kinder“ nicht mehr nur zuhören durften/mussten, sondern auch reichlich Dinge ausprobieren konnten, zeigte sich großes Interesse. So durften wir diesmal auch auf und in alle Gefährte. Übrigens sehr interessant ist, wie der Preis des selben in Yongkang produzierten Autos in den Angaben zwischen 4.300,- und 17.000,- Euro schwankt - Zahlen nehmen Chinesen nicht so genau!?! Patrick probierte sich auf dem Kaiser-Stuhl und Anne wagemutig auf neuester Technik.
Dass die Jugend wesentliche Teile des Tages mit der Planung des Abends verbrachte konnten wir mitbekommen, was sie aber genau vorhaben blieb uns (vorerst) verborgen. Und das Abendprogramm der Lehrer? Keine Worte!
Herzliche Grüße aus Yongkang
Peter Lehmann

  

Nachricht 5

 

Liebe Mitfieberer im fernen Germany,
eben noch geschwitzt ist hier jetzt das große Frieren ausgebrochen. Wer denkt, doch kein Problem bei ausschließlich sportlichem Programm den ganzen Tag, der weiß nichts von der Liebe der Südchinesen zu offenen Türen und Fenstern bei jedem Wetter.
So blieb uns nichts anderes übrig als uns dem Schicksal zu fügen und das Beste daraus zu machen. Das fing mit der symbolischen Freundschaftsbaum-Pflanzung an, bei der sich Tim der harten Arbeit annahm. Vermeintliche Verwackelungen des anschließenden Gruppenbildes liegen am kalten Wetter (bibber bibber)!
Der Sport mit Kung Fu und Tai Chi fand seinen Höhepunkt in der Schwert-Variante, die Elias nicht nur dank Einzelunterricht besonders beherrschte. Das folgende Sportspiel hatte die Pointe, dass die Verlierer jeweils spontan etwas „vorspielen“ mussten. Neben herrlichen Darbietungen von „Alle meine Entchen“ und „3 Chinesen mit dem Kontrabass“ gefiel vor allem die spontane Tanzeinlage von Jaqueline und Janine mit zwei chinesischen Freunden (die wohl mehr verwirrt waren als mitgemacht haben).
Das Ganze zerfiel wie so oft in China irgendwann in unorganisiertes Chaos, wo jeder machte, was er wollte, oder manche auch warteten, ob irgendwann noch etwas Organisiertes passiert. Es kommt dann immer der Punkt, wo jedem klar wird, hier passiert nichts mehr, und die Gesellschaft löst sich langsam auf. Hongyan hat dann noch ein Kaninchen herbeigezaubert, von dem nicht nur Anne und Majy begeistert waren.
Und die Lehrer? …! Nach dem Pflichtessen bei Vize-Schulleiter Mr. Shi gab es noch eine besondere Ehrung für Frau Schinkel: Sie durften an seinem kaiserlichen Schreibtisch Platz nehmen mit dem Vize als höchstpersönlichem Assistenten! J
Herzliche Grüße aus Yongkang
Peter Lehmann


Nachricht 6

 

Liebe Mitfieberer im fernen Germany,
heute war der Tag der großen Prüfungen. Als hätte uns das Wetter nicht genug getroffen – ganz kurz flogen sogar ein paar Schneeflocken – hat uns auch noch Chinas wagemutigster (und das will was heißen!!!) Busfahrer zum See der tausend Inseln gefahren. Da er sich auch trotz Protest weitestgehend weigerte, die Busheizung zu benutzen, wussten einige nicht, ob sie wegen der Kälte oder seinem Fahrstil zitterten. Um es vorwegzunehmen: wir sind alle wieder gesund und munter in Yongkang angekommen!


Auf dem riesigen Stausee – wohl eine Art Modellversuch für den noch größeren 3-Schluchten-Stausee – wurden wir durch tolle Ausblicke und doch noch einigermaßen erträgliche Temperaturen entschädigt.

 

Frauke hat aber die nächste Prüfung in Form einer Riesenschlange gesucht und Adrian wollte seine Kräfte unbedingt mit dem Sportlehrer messen. Während Greta und Janine es etwas ruhiger angehen ließen, stürzten sich Amélie und Sara in die Tiefe (wie die meisten anderen auch).


Zum Abendprogramm muss ich nicht mehr viel schreiben. Die Rätselfrage des Tages lautet: Was haben die Lehrer abends gegessen?!? J
Herzliche Grüße aus Yongkang
Peter Lehmann 

 

 


Nachricht 7

 

Liebe Mitfieberer im fernen Germany, it´s time to say goodbye! Nach einer Mathestunde für die Lehrer kam es zur Übergabe des Gastgeschenks der Schule, über das sich unsere Freunde in Yongkang sehr gefreut haben: ein Fotobuch über die gesamte Geschichte dieser Schulpartnerschaft. Es gab viele Eindrücke, viele „Abschieds“-Fotos und auch schon die ersten Tränen. Die einen wollen ihre Freunde mit nach Deutschland nehmen, die anderen wollen die Pässe ihrer deutschen Partner verstecken, dass sie nicht mehr abreisen können. Das wird dann spannend morgen früh …

 

Total spannend war die originalgetreue Nachbildung der Chinesischen Mauer über ca. 1 km: treppauf, treppab, treppauf, treppab, tausende von Stufen, da waren alle am Ende (freudig!) erschöpft. Zum anschließenden Barbecue waren wohl (fast?) alle Eltern mit da und fabrizierten auf vier Grills einen Haufen Leckereien. Dass wir Lehrer nur Weniges testen sollten, weil wir gleich wieder zum nächsten Essen mussten, wurde uns leider zu spät mitgeteilt. Wir haben trotzdem brav weitergegessen … Kaum im Hotel angekommen (endlich, seit morgens unterwegs, um 20:30 Uhr) kamen schon wieder die nächsten Freunde, die uns noch zum Essen einladen wollten. Aber jetzt müssen wir doch langsam mal die Koffer packen. Und die Heimat will ja auch noch etwas von uns hören! J Herzliche Grüße aus Yongkang Peter Lehmann


Nachricht 8

 

Liebe Mitfieberer im fernen Germany, happy birthday, liebe Liddy, heißt es heute erst einmal. Nachdem Liddy schon mit ihrer neuen Zweitfamilie quasi in den Geburtstag hineingefeiert hat, haben wir heute natürlich zuerst an sie gedacht. Wir hoffen, der besondere Tag in so weiter Ferne von daheim wird ihr in positiver Erinnerung bleiben! Der Abschied war natürlich schwer – zumindest für die meisten. Der Bus kam spät, beim Koffer einpacken mussten wir doch sehr helfen, denn sonst hätten wir ein Drittel der Koffer auf den Sitzbänken verteilen müssen. Aber der eigentliche Grund für die gut 20 Minuten verspätete Abfahrt war natürlich ein anderer … (ohne Worte und vor allem ohne Bilder!!!)

In Suzhou empfing uns unsere Führerin Becky – natürlich zunächst wieder zum Essen. Dann folgte die Besichtigung der Seidenfabrik, wo sich die Jungs an der Streckfähigkeit der Seide ausprobierten. Nach Besichtigung des Master Of Nets Garden und einer Bootsfahrt auf dem Grand Chanel Richtung Peking (aber 1700 km waren uns denn doch zu viel; und die Great Wall haben wir ja gestern gesehen) wurden erfolgreich erste Einkäufe getätigt. Jetzt sind alle erschöpft im Hotel angekommen und erfreuen sich an schönen Zweibettzimmern mit Dusche. Die war auch dringend nötig! J Herzliche Grüße aus Yongkang Peter Lehmann
 
  14.3.2016 gegen 8:00, SMS von München an die Schulleitung  "-gut gelandet-"